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Der Artikel beschreibt die Alterung von Sheng (roher) Pu Erh, ohne dabei zu fest auf die wissenschaftlichen Details einzugehen. Sheng (roher) Pu-Erh ist die ursprünglichere Form von Pu-Erh, die nach der Verarbeitung nicht künstlich fermentiert wird, sondern langsam und natürlich reift. Es gibt dabei viele offene Diskussionen, was den eigentlich wissenschaftlich passiert bei der Alterung von rohen oder Sheng Pu-Erh. Grob zusammengefasst kann man nach heutigem Stand sagen, dass die natürliche Alterung von Sheng Pu-Erh ein langsamer Prozess ist, wo ein mikrobieller Fermentationsprozess stattfindet. Der Prozess ist der Weinentwicklung ähnlich, bei dem der rohe Tee über Jahre oder Jahrzehnte an Komplexität, Tiefe und Sanftheit gewinnt. In jungen Jahren ist ein Sheng Pu Erh frisch grasig und fruchtig. Mit zunehmenden Jahren, bei korrekter Lagerung, wandelt sich der Geschmack zu erdig, holzig und süßlich.

Sheng Pu-erh (Roh) vs. Shou Pu-erh (Gereift)
Zur Erinnerung, wenn man von Pu-Erh spricht, dann gibt es zwei Kategorien von Pu-Erh, und zwar Sheng (roher) und Shu (reifer) Pu-Erh.
– Sheng Pu-erh: Nach der ersten Verarbeitung (Wok-Braten, Rollen, Sonnentrocknen) wird er gepresst und reift dann natürlich und langsam über Jahre. Es findet eine langsame Oxidation und mikrobielle Fermentation statt. Er startet als Tee mit hoher Adstringenz und entwickelt sich zu komplexeren, milderen Aromen.
– Shou Pu-erh: Wird durch einen beschleunigten Fermentationsprozess („Wo Dui“) hergestellt, bei dem dem grünen Maocha-Tee (loser geernteter Pu-Erh) in großen Haufen aufgeschichtet wird, mit Wasser besprüht wird und dann bei hoher Temperatur und Feuchtigkeit fermentiert, was eine schnelle Alterung und einen dunklen, erdigen Geschmack erzeugt. Der Prozess soll die lange Lagerung von Sheng Pu-Erh nachahmen.

Der Alterungsprozess (Natürliche Fermentation) bei Sheng Pu-Erh
Wie bereits beschrieben, kann der Prozess der Alterung Jahre und Jahrzehnte dauern, wobei sich der Geschmack allmählich verändert. Es kommt auf die äusserlichen Bedingungen (z.B. Temperatur & Luftfeuchtigkeit) drauf an, wie schnell dieser Prozess voranschreitet. Unter Experten bzgl. wissenschaftlichem Prozess werden 2 Prozess genannt, welche gleichzeitig stattfinden:
– Mikrobielle Aktivität: Mikroorganismen im Tee setzen eine langsame Fermentation in Gang, ähnlich wie bei Wein. Mikroorganismen verändern die Inhaltsstoffe des Tees, wandeln Bitter- und Gerbstoffe in mildere Polyphenole um.
– Oxidation: Auch eine langsame Oxidation findet statt, die den Tee weicher macht und zu tieferen Geschmacksnuancen führt.
Geschmacksentwicklung: Mit der Zeit werden die Aromen weicher, tiefer und entwickeln erdige, holzige Noten, während die Adstringenz nachlässt und eine Süße entstehen kann.
Richtige Lagerung ist entscheidend
– Dunkel & Trocken: Vermeide direktes Sonnenlicht (UV-Licht schadet) und Orte mit starken Gerüchen.
– Belüftung: Sorge für moderate Luftzirkulation, um zu hohe Feuchtigkeit (und Schimmel) zu verhindern. Wobei das ein strittiger Punkt ist unter Experten.
– Luftfeuchtigkeit: Je nach Belieben, gibt es hier ein breites Range. Leute, welche feuchte Lagerung bevorzugen, kommen vor präferieren vor allem Tees welche in Hong Kong gelagert worden sind. Unsere Devise ist, dass man nicht zu trocken (nicht unter 50% relative Luftfeuchtigkeit) aber auch nicht zu feucht (für uns über 65% -70% relative Luftfeuchtigkeit) lagern sollte.
– Temperatur: Hier sollte man einen Range zwischen 20 – 30 Grad Celsius in Betracht ziehen.
– Trennung: Sheng und Shu (gereifter) Pu-Erh getrennt lagern
Wann ist er am besten?
Auch das ist individuell und hängt auch vom Tee und seiner Qualität ab. Je nach Qualität und Art kann der optimale Genusszeitpunkt zwischen 5 und 25 Jahren liegen, wobei der Tee immer komplexer wird. Natürlich kann man einen Sheng gerne auch ganz frisch geniessen.




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